Neuigkeiten

thumb image

29. November 2022

Windenergie Hamburg: Trotz Verbesserungen – Ausbau im Schneckentempo reicht nicht!

Überschattet von der Energiekrise in Folge des Krieges von Russland gegen die Ukraine und wachsenden Bedrohungen der Klimakrise fand auf Einladung des Landesverbandes Hamburg des Bundesverbands WindEnergie e.V. (BWE) am 21. November der 86. Hamburger Windstammtisch statt. Als Gastredner diskutierte Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) mit den rund 150 Gästen aus Wirtschaft, Forschung und Politik über die energiepolitische Lage und vor allem über den überfälligen Ausbau der Windenergie in der Elbmetropole. Zuvor hatte der Landesverband auf seiner Mitgliederversammlung einen neuen (alten) Vorstand gewählt.  (Foto: Umweltsenator Jens Kerstan umringt von den Hamburger BWE-Vorstandsmitgliedern Sabine Marggraf, Dr. Axel Röpke, Jens Heidorn und Michael John)

Senator Kerstan: Verbesserungen auf Bundes- und Landesebene

In seiner Rede betonte der Umweltsenator, dass auf Hamburger- und auf Bundesebene nun endlich die notwendigen Weichenstellungen erfolgt sind, um den Ausbau der Windenergie voran zu bringen. Dabei sprach Kerstan auch Probleme innerhalb der Hamburger Koalition und Hemmnisse der früheren Bundesregierung an, die nun endlich überwunden wären.

Nicht nur für den Hamburger Außenbereich, sondern auch für den Windausbau im Hafen hätten sich die Vorzeichen verbessert. Die Energiekrise, so Kerstan, würde hier zu mehr Bereitschaft und Akzeptanz für einen Ausbau der Windenergie in Hamburg beitragen.

Allerdings machten der Senator und die Leiterin des Referats ‚Erneuerbare Energien und kommunale Wärmeplanung‘ in der Umweltbehörde, Frau Astrid Erhardt, vor den rund 150 Gästen des Windstammtisches im Hörsaal des Hauses der Katholischen Akademie Hamburg klar, dass es noch ein weiter Weg ist, bis verbindliche Flächen und damit Standorte für Wind und Photovoltaik entsprechend den neuen gesetzlichen Vorgaben mit allen am Verfahren Beteiligten gefunden und rechtlich fixiert sind.

Dazu würden auch erforderliche rechtliche Anpassungen des Flächennutzungsplans gehören, z.B. was die bisherigen Festlegungen von Höhenbegrenzungen angingen. Bis 2032, so Kerstan, würde es brauchen, bis die bundesgesetzlich für Hamburg geforderten auszuweisenden 0,5 Prozent  Windflächen unter Dach und Fach wären.

Windbrache und Landesverband BWE: Viele Hemmnisse bleiben

In engagierten Beiträgen forderten nicht nur die Hamburger BWE-Vorstandssprecher Röpke und Heidorn, sondern auch viele andere Branchenvertreter gegenüber Kerstan, dass es höchste Zeit wäre, den Windanlagen-Ausbau in Hamburg zu forcieren. Die Folgen der Klimakrise werden immer massiver, warnten sie.

So sehr bundesgesetzliche Verbesserungen zu begrüßen sind, große Probleme bestehen weiterhin etwa im Rahmen der Ausschreibungen und der hier noch fehlenden Kostenanpassungen. Die Inflation und allseits steigende Preise bei einem gleichbleibendem zu erzielendem Höchstgebot machen auch der Windbranche zu schaffen. Wiederholt konnten daher die jeweiligen Ausschreibungs-Mengen nicht erreicht werden, was trotz aller positiver Maßnahmen auf Bundesebene den Windausbau nicht beschleunige, sondern im Gegenteil ausbremse, kritisierten Teilnehmer des Windstammtisches gegenüber dem Umweltsenator. Klare Forderung war hier die Anhebung des Höchstgebotswertes im EEG.

Auch die zahlreichen Hemmnisse eines verstärkten Windausbaus auf Landesebene kamen natürlich zur Sprache : Es brauche nicht nur dringend mehr Personal bei der Planung, sondern auch bei der Genehmigung in der zuständigen Umweltbehörde. Gefordert wurde, dass Mitarbeiter von der Verwaltungsspitze klare Regelwerke an die Hand bekommen, um angesichts komplexer Sachverhalte Prüfumfänge zu fokussieren und rechtliche Unsicherheiten zu beseitigen und damit die Verfahren zu beschleunigen.

Hoffnungen, dass die Hamburger Umweltbehörde in nächster Zeit wenigstens die Höhenbegrenzung für Windenergieanlagen, wie sie im Hamburger Flächennutzungsplan geregelt sind, aufgrund von Urteilen wie dem des Braunschweiger Verwaltungsgerichts (siehe dazu hier mehr Informationen) und aufgrund des überragenden öffentlichen Interesses am Ausbau der Windenergie ad acta gelegt und für rechtsunwirksam erklärt würden, machte der grüne Senator nicht.

Statt rückwärtsgewandter fossile-nuklearer Katastrophen: Beschleunigter Ausbau der Erneuerbaren!

„Eine spannende, wichtige und lebendige Debatte, aber weiterhin mangelnde Ergebnisse und viel zu langsame Umsetzung beim dringend notwendigen Windenergie-Ausbau in Hamburg,“ so das Fazit des BWE-Landesverbands nach der Debatte mit Umweltsenator Jens Kerstan: „Die Umsetzung des Wind-an-Land-Gesetzes erst bis Ende 2032 ist für uns indiskutabel. Wir werden als Verband weiterhin Druck machen, um die Prozesse und Entscheidungen zu beschleunigen. Dazu gehören Gespräche mit den Verantwortlichen in Politik und Behörden. Aber auch mehr gesellschaftlicher Druck und Öffentlichkeitsarbeit!“, so die Vorsitzenden des Landes- und Regionalverbandes Hamburg des BWE, Dr. Axel Röpke und Sabine Marggraf.

„Nicht nur die Energiekrise, auch die unzureichenden Klima-Beschlüsse der COP27 in Ägypten machen klar, dass wir angesichts immer neuer Horrormeldungen in Folge der Klimakatastrophe mehr Energie und Ressourcen brauchen, um die Klimaziele zu erreichen und wachsende Umweltzerstörungen zu begrenzen,“ ergänzte der stellvertretende Sprecher Jens Heidorn: “Nicht problematische Energien wie Atom und Kohle, sondern massive Schritte für den Ausbau der Erneuerbaren Energien gehören an die oberste Stelle der Energiewende-Agenda. In Hamburg und anderswo!“

thumb image

25. November 2022

Jahresmitgliederversammlung des BWE-Hamburg: Vorstand wiedergewählt – Gestärkt für den Windausbau in Hamburg

Auf seiner Jahresmitgliederversammlung am 21.11.2023 hat der Hamburger Landesverband des Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) den bisherigen Landesvorstand und den Regionalverbands-Vorstand bestätigt und wiedergewählt. Dr. Axel Röpke ist damit weiterhin Vorsitzender des Landesverbandes und Sabine Marggraf Vorsitzende des Regionalverbandes. Stellvertreter und Schriftführer bleiben Jens Heidorn für den Landesverband und Michael John für den Regionalverband. Beide Vorstände bedanken sich bei den Mitgliedern des Hamburger Windenergie-Verbandes für die Unterstützung und Anregungen im zurückliegenden Jahr.

Als Beisitzer:innen stehen dem Verband zukünftig zur Seite: Friderike Gebhardt, Miriam Wolf und Christoph Gude für den Bereich Organisation, Norbert Römer für den Bereich Bildung und Heinz Otto für den Bereich Klimaschutz.

Der neue Vorstand hat angesichts der Energiekrise in Folge des Krieges von Russland gegen die Ukraine, aber auch angesichts der wachsenden Gefahren durch die Klimakrise, große Herausforderungen zu bewältigen. Mit Blick auf die neuen Bundesgesetze gibt es Chancen, aber in vielen Handlungsfeldern auf dem Weg zum Ausbau der Windenergie müssen Hemmnisse in Hamburg beseitigt werden:

„Es braucht nun endlich konkrete Schritte, damit der längst überfällige Ausbau der Windenergie in Hamburg voran kommt. Das gilt beim Repowering von Windenergieanlagen im Außenbereich ebenso wie für neue Flächen und Anlagen – auch im Hamburger Hafen. Hamburg und die Umweltbehörde müssen mehr Ressourcen einsetzen und die Verfahren und Genehmigungen für den Windausbau effizienter und zielstrebiger machen.

Auch angesichts der nicht eben positiven Ergebnisse der Klimakonferenz in Ägypten braucht es mehr Tempo bei der erneuerbaren Energiewende! Es kann nicht sein, dass LNG-Terminals in windeseile durchgepeitscht werden – bei der Windenergie aber im Schneckentempo verfahren wird,“ erklärten Dr. Axel Röpke für den Landesverband und Sabine Marggraf für den Regionalverband Hamburg.

thumb image

10. Oktober 2022

Verdoppelung der Windenergie in Hamburg – Landesverband BWE begrüßt Ankündigung des Umweltsenators

„Es ist gut und richtig, dass der Hamburger Umweltsenator die Latte für den Ausbau der Windenergie jetzt hochgelegt hat und eine Verdoppelung der Windenergieanlagen für Hamburg ankündigt. Wichtig ist es jetzt vor allem, dass den Ankündigungen konkrete Maßnahmen folgen. Sowohl im sogenannten Außenbereich als auch im Hamburger Hafen und anderen Gebieten gibt es Potenzial für einen zügigen Ausbau.“ Mit diesen Worten reagieren die beiden Hamburger Landesverbandsvorsitzenden vom Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) Dr. Axel Röpke und Jens Heidorn, auf die jüngsten Ankündigungen von Umweltsenator Jens Kerstan.

Der Hamburger Landesverband des BWE hatte zuletzt der Umweltbehörde und der Senatskanzlei seine Vorstellungen für neue Windanlagen im Außenbereich aber auch im Hamburger Hafen vorgestellt. Ein vom Senat angesprochenes Hemmnis, die Höhenbegrenzung für Windenergieanlagen, wie sie im geltenden Flächennutzungsplan festgelegt ist, ist nach Auffassung des Hamburger BWE-Landesverbandes  inzwischen beseitigt

„Das Verwaltungsgericht in Braunschweig hat derartige Regelungen in Flächennutzungsplänen auch aufgrund der neuen bundesgesetzlichen Rechtslage für hinfällig erklärt und aufgehoben. Über dieses Urteil haben wir die Umweltbehörde in Hamburg informiert. Damit wäre der Weg frei, auch ohne den langwierigen Weg einer Flächennutzungsplanänderung schnell zu konkreten Maßnahmen zu kommen“, erklärt Dr. Axel Röpke weiter.

Jens Heidorn macht deutlich: „Ein erster Schritt muss nun sein, dass die bestehenden „kleinen“ Anlagen im Außenbereich repowert werden können. Allein damit wäre eine Verzehnfachung des Windstroms gegenüber den dann abzubauenden Anlagen bei gleichzeitiger Reduzierung der Anlagenanzahl möglich. Wir gehen davon aus, dass die Behörde nach dem Wegfall der Höhenbegrenzung dafür nun möglichst schnell grünes Licht gibt.“

thumb image

30. September 2022

„Hamburger Erklärung“ der Windbranche: Hamburger Landesverband begrüßt Forderungen

Der Hamburger Landesvorstand vom Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) begrüßt die „Hamburger Erklärung zur Reaktion auf die Energie- und Klimakrise“, die die Windenergie-Branche im Rahmen der Wind-Messe vorgelegt hat. Darin werden Regierungen aufgefordert, in der Reaktion auf den von Russland gegen die Ukraine geführten Krieg, eine langfristige Bindung an fossile Brennstoffe zu vermeiden und stattdessen in Erneuerbare Energien zu investieren.

Vorstands-Sprecher Dr. Axel Röpke betont: „Im Zentrum der politischen Entscheidungen müssen die Windenergie und andere Erneuerbare Energie und Energieträger wie der Grüne Wasserstoff stehen. Aber auch Maßnahmen zur Einsparung von Energie müssen einen höheren Stellenwert als bislang erhalten.

Jens Heidorn, ebenfalls vom Vorstand des Hamburger Landesverbandes BWE: „Die Politik im Bund und in den Ländern muss jetzt mit Nachdruck die Rahmenbegingungen schaffen, damit nicht mehr nur Ziele für den Ausbau der Windenergie und anderer Erneuerbarer Energien verlautbart werden: Es braucht mehr Personal bei den Genehmigungsbehörden, vereinfachte Verfahren und mehr Digitalisierung. Dabei müssen die Bürger:innen mitgenommen werden, damit eine schnellstmögliche erneuerbare Energiewende gelingt.“

Den Volltext der Hamburger Erklärung finden Sie hier.

thumb image

21. September 2022

Landesverband Hamburg im Bundesverband WindEnergie e.V.: Handelskammer faktenfrei – Atomausstieg muss bleiben

(Update) Vom 27. bis zum 30. September 2022 wird die Hansestadt Hamburg wieder einmal zum Energie-Hub für die Welt. Vier Tage lang dreht sich im Rahmen der globalen Leitmesse WindEnergy Hamburg auf dem gesamten Messegelände alles um die Energieerzeugung aus Wind und dessen Nutzbarmachung. Hierbei wird der Windenergie aktuell politisch die wichtige Rolle des günstigen Zugpferdes der Energiewende zugedacht. Die Windkraft ist als günstigste Erzeugungsquelle im Markt ein wesentlicher Faktor der Energiewende.

Mit Unverständnis hat der Hamburger Landesverband im Bundesverband WindEnergie e.V. auf die Resolution des Plenums der Handelskammer Hamburg reagiert. Die Handelskammer fordert darin eine Laufzeitverlängerung sowie Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken und begründet dies mit einer „sicheren Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen“.

„Der Streßtest der Bundesregierung hat gezeigt, dass die Energieversorgung in Deutschland überaus robust ist und es daher die Atomenergie in der jetzigen Situation nicht braucht. Wichtig sind jetzt zusätzliche Maßnahmen zum Energiesparen, auch mit Blick auf die Klimakatastrophe. Was das Plenum der Handelskammer Hamburg zur Atomenergie dieser Tage fordert ignoriert die enormen Risiken beim Betrieb von Atomkraftwerken wie es sich derzeit in der Ukraine in aller Deutlichkeit zeigt. Auch die nach wie vor ungelöste Endlagerfrage sowie die immensen volkswirtschaftlichen Kosten der Kernenergie werden ausgeklammert.“

Mit diesen Worten kommentieren die Landesvorsitzenden vom Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) in Hamburg, Dr. Axel Röpke und Jens Heidorn, die Forderungen der Hamburger Handelskammer, die noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke bis zum Ende der Energiekrise weiterzubetreiben und die drei im letzten Jahr vom Netz gegangenen Kernkraftwerke vorübergehend wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Vorgehensweise der Handelskammer ist umso fragwürdiger, weil der zuständige Ausschuss für Umwelt und Energie der Handelskammer offenbar nicht an der Resolution beteiligt war. Somit ist auch die Aussage, mit der Resolution die Interessen von 170.000 Hamburger Unternehmen zu vertreten, in der selbsternannten Windhauptstadt Hamburg zumindest fragwürdig.

Positiv hervorzuheben ist die Forderung des Plenums der Handelskammer dass Strukturen geschaffen werden müssen die es der Hamburger Wirtschaft ermöglichen, schnellstmöglich klimaneutral zu wirtschaften. „Hierzu sind der intensivierte Ausbau der erneuerbaren Energien und die radikale Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren unabdingbar.“

thumb image

16. September 2022

„Fällt die Höhenbegrenzung für Windräder auch in Hamburg“

Der Hamburger Landesverband im Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) hatte jüngst auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Braunschweig verwiesen, mit dem die Höhenbegrenzung für neue Windenergieanlagen per Flächennutzungsplan als rechtswidrig erklärt worden ist. Auch in Hamburg bremst eine solche Beschränkung den dringend notwendigen Ausbau der Windenergie. Die beiden Hamburger Vorstandsmitglieder Dr. Axel Röpke und Jens Heidorn haben vor wenigen Tagen den Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan sowie den Staatsrat Michael Pollmann auf dieses Urteil aufmerksam gemacht. Laut einem Artikel von Jens Meyer-Wellmann im Hamburger Abendblatt vom 9. September unter dem Titel: „Fällt die Höhenbegrenzung für Windräder auch in Hamburg“ heißt es:

„Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Braunschweig ist eine generelle Begrenzung so nun nicht mehr bindend. “ Eine im Flächennutzungsplan geregelte Höhenbegrenzung reicht nicht aus, um die Genehmigung für eine diese Grenze überschreitende Anlage zu versagen“ , so das Gericht. Die Genehmigungsbehörde müsse den “ besonderen Stellenwert berücksichtigen, der der Windenergie für Sicherung der Energieversorgung und den Klimaschutz zukommt“ , so das Gericht in dem bereits rechtskräftigen Urteil. In der Praxis könnte das heißen: Wenn Hamburg künftig den Bau einer Anlage von mehr als 150 Metern in den Außenbereichen ablehnt, könnte dagegen vom Investor mit guten Chancen geklagt werden.“

Laut Abenblatt teilte die Behördensprecherin Renate Pinzke mit, dass die rechtlichen Auswirkungen des Urteils, insbesondere für den bestehenden Flächennutzungsplan, von der Behörde derzeit geprüft würden.

thumb image

26. August 2022

Windkraft-Ausbau: Höhenbegrenzung in Hamburg unwirksam.

Aus Sicht des Hamburger Landesverbandes im Bundesverband WindEnergie e.V. kann die Debatte um die im Hamburger Flächennutzungplan festgelegte Höhenbegrenzung für Windenergieanlagen ad acta gelegt werden. Darüber hat der Verband jetzt die Umweltbehörde und die Senatskanzlei informiert. Das Verwaltungsgericht in Braunschweig hatte in einem richtungsweisenden Urteil eine solche Einschränkung eines Flächennutzungsplanes mit Verweis auf höherrangige Ziele der Energieversorgung und des Klimaschutzes aufgehoben. Damit wäre aus Sicht des Windverbandes in Anwendung des Urteiles auch in Hamburg der Weg frei, durch ein entsprechendes Repowering die klimafreundliche Stromerzeugung aus Windkraft zu beschleunigen. Mit diesem Repowering würde eine Verzehnfachung der erneuerbaren Windstromerzeugung gegenüber den dann abzubauenden Bestandsanlagen im Außenbereich erreicht. Außerdem hält der Verband weitere Standorte für neue Windanlagen sowohl im Außenbereich als auch im Hafen für möglich.

Rechtliche Kritik an der Höhenbeschränkung für Windanlagen im Hamburger Flächennutzungsplan gibt es schon länger. Nun zeigt das Braunschweiger Verwaltungsgericht, dass derartige Begrenzungen angesichts der klaren Regelungen des Gesetzgebers und der Priorisierung der Energiewende rechtsunwirksam sind.

Die neue Bundesgesetzgebung fordert den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energie und stellt diese nun in den Rahmen des Öffentlichen Interesses. Im Urteil heißt es: „Wegen der grundsätzlichen Privilegierung von Windenergieanlagen sowie der Bedeutung der Anlagenhöhe für die Leistungsfähigkeit der Anlagen und damit für die Ziele der Energiesicherung und des Klimaschutzes bedarf es überragend wichtiger Gründe, um die Genehmigung für eine Windenergieanlage im Außenbereich im Rahmen der Abwägung unter Berufung auf die in einem Flächennutzungsplan vorgegebene Höhenbegrenzung zu versagen“ und dies führt, so das Gericht dazu, dass Ziele zur Minimierung der Landschaftsbildbeeinträchtigung und der Reduzierung der Störeffekte auf die Menschen in der Abwägung weniger schwer zu Gewichten seien.

Jens Heidorn vom Hamburger Vorstand: „Hamburg hat es jetzt in der Hand ein schnelles Repowering – also die Erneuerung der bestehenden Anlagen – zu ermöglichen und entsprechend dem Urteil zu genehmigen. Das wäre ein deutliches Signal, den vielen Worten endlich Taten für mehr Klimaschutz folgen zu lassen.

Der Hamburger Vorstandsvorsitzende Dr. Axel Röpke ergänzt: „Juristisch bestätigt das Urteil, was wir als Windbranche und Fachleute schon seit längerem vertreten und fordern: Eine pauschale Höhenbegrenzung im Flächennutzungsplan ist nicht nur unzeitgemäss, sie hat auf das Repowering auch eine erdrosselnde Wirkung und muss hinter Zielen wie Energiesicherheit und Klimaschutz zurücktreten. Hamburg muss jetzt die Verwaltung anweisen, die Höhenbegrenzung nicht weiter zur Voraussetzung einer Genehmigung zu machen.“

Das Urteil des Verwaltungsgerichtes Braunschweig ist hier online.

WEITERE INFORMATIONEN zur Windenergie in Hamburg

thumb image

26. Juli 2022

Hamburger Bundestagsabgeordneter: Ausbau der Windenergie forcieren – mindestens 0,5 Prozent

Gemeinsam mit dem Hamburger Vorstandsmitglied Jens Heidorn besichtigte gestern der SPD-Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi eine Windenergieanlage in Ochsenwerder. Dabei sprach sich der Abgeordnete für einen forcierten Ausbau der Windenergie auch in Hamburg aus. Der überfällige Ausbau der Windkraft wird inzwischen auch in Hamburg intensiver diskutiert, nachdem der Hamburger Landesverband im Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) Vorschläge auf den Tisch gelegt und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung eingefordert hat.

thumb image

25. Juli 2022

Windenergie Hamburg – Stand und Möglichkeiten.

In die Debatte um den überfälligen Ausbau der Windenergie kommt endlich etwas Schwung. In den letzten Monaten haben wir unsere Aktivitäten für mehr erneuerbaren Windstrom als Hamburger Landesverband des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) in der Öffentlichkeit gestärkt und über Bürgerschaft und Senat unsere Vorschläge in die Politik eingebracht. Bürgermeister Tschentscher hatte zuletzt eine Verdoppelung der Windstromproduktion für Hamburg angekündigt. Das Hamburger Abendblatt hat – gestützt auf unsere Informationen – den Status Quo und Chancen für den Ausbau der Windenergie in Hamburg in einem umfangreichen Faktencheck dargestellt. Doch der Landesverband Hamburg des BWE hält mehr klimafreundlichen und erneuerbaren Windstrom für möglich. (Foto: Der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi besichtigt Hamburger Windenergieanlage in Ochsenwerder.)

thumb image

22. Juli 2022

„Es kann nicht sein, dass Hamburg den Elbtower baut, aber bei Windrädern blockiert“

So lautet der Titel eines Interviews in der Hamburger Morgenpost (am 22.7.2022 in der Printausgabe, online hinter einer Pay-Wall) mit den beiden Hamburger Vorständen Jens Heidorn und Dr. Axel Röpke des Landesverbands des BWE (Bundesverband für WindEnergie e.V.). Bürgermeister Tschentscher hatte vor wenigen Tagen eine Verdoppelung der Windstromerzeugung in Hamburg angekündigt. Die Hamburger Vorständler begrüßen die Ausbau-Ankündigungen, fordern aber in dem Interview, dass endliche konkrete Maßnahmen erfolgen müssen.

thumb image

5. Juli 2022

Windräder in Naturschutzgebieten – Stand der Diskussion über den Windenergieausbau in Hamburg

Die aktuellen Aussagen des Hamburger Bürgermeisters Peter Tschentscher zu Windenergieanlagen in Naturschutzgebieten stoßen bei Umweltverbänden und Parteien auf Unverständnis. Auch der Hamburger Landesverband des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) sieht die Forderung kritisch.

Während im Hamburger Außenbereich das Repowering, also der Ersatz von alten Windenergieanlagen durch deutlich leistungsstärkere neue Anlagen, nicht voran kommt, hat Bürgermeister Tschentscher Windenergie in Naturschutzgebieten in Aussicht gestellt – und damit sofort Gegenreaktionen ausgelöst.

thumb image

1. Juni 2022

Hamburg muss beschleunigen: Mehr Windstrom für Hamburg !

Der Ausbau der Windenergie in Hamburg braucht mehr Tempo! Das Pfeifen nicht nur die Spatzen von den Dächern, darüber berichtet jetzt auch das Hamburger Abendblatt sowie die Bergedorfer Zeitung in ihren Ausgaben vom 31. Mail 2022. Zuletzt hatten Schriftliche Kleine Anfragen des Bürgerschaftsabgeordneten Stephan Jersch dafür gesorgt, dass die Forderungen des Landesverbandes Hamburg des BWE einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurden. Immerhin wäre allein durch ein Repowering der Windanlagen im Hamburg Außenbereich eine Verzehnfachung der erneuerbaren Stromerzeugung gegenüber den zu ersetzenden Anlagen machbar. Weiteres Potential gibt es im Hafen. Darüber berichtet der Chefkorrespondent des Abendblatts, Jens Meyer-Wellmann. Auch er bilanziert, dass der Windausbau in Hamburg seit Jahren nicht vorwärts kommt, stellt nach Gesprächen mit der Umweltbehörde aber „in Aussicht“, dass eine Anpassung des Flächennutzungsplans nicht mehr ausgeschlossen wird. 

thumb image

9. Mai 2022

Mehr Windstrom für Hamburg möglich

Eine Verdoppelung der Stromerzeugung aus neuen Windenergieanlagen im Hamburger Außengebiet wäre möglich, wenn der Senat den Weg für das entsprechende Repowering, also den Ersatz alter durch neue Anlagen, frei machen würde. Schon seit Langem wirbt der Landesverband Hamburg des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) gegenüber der zuständigen Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft für diese mit Blick auf die Klimakatastrophe wichtige Leistungssteigerung. Dafür wäre eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich, in dem eine für die Modernisierung zu geringe Nabenhöhe festgeschrieben ist, und damit die notwendige und sinnvolle Verbesserung blockiert.

thumb image

14. März 2022

Pumpspeicherwerk an der Elbe bei Geesthacht könnte die Erzeugung von grünem Strom von dessen Nutzung entkoppeln.

Die Taz Nord berichtet in diesem Artikel über die Situation des Pumpspeicherwerks und den Statements des BWE Landesverbands Hamburg und ander Akteure der Hamburger Politik.

26. Mai 2021

Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl – Videoaufzeichnung

– Digital-Event –

EEG 2021 – Erreichen wir so unsere Klimaschutzziele?

Podiumsdiskussion mit Hamburger Kandidat*innen für die 

Bundestagswahl im September 2021.

Termin: 20. Mai 2021; 16:00 Uhr

Liebe Windfreunde,

wir freuen uns, Sie und Euch zu unserer ersten (digitalen) Veranstaltung in diesem Jahr gemeinsam mit EEHH einladen zu dürfen. 

Das Klimaschutzgesetz wurde Ende 2019 durch den Bundestag verabschiedet und beinhaltet erstmalig verbindliche Klimaschutzziele für einzelne Sektoren, sowie ab dem Jahr 2021 einen steigenden CO2-Preis für alle Bereiche, die bisher dem EU-Emissionshandel nicht unterlagen. Gleichzeitig wurde das Ausbauziel für Erneuerbare Energien im Jahr 2030 für den Stromsektor auf 65% der Gesamterzeugung angehoben.

Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von Ende letzten Jahres wurden die Ausbaumengen für einzelne Bereiche der Erneuerbaren Energien ebenfalls etwas angehoben. Allerdings sind die dort vorgesehenen Ausbaumengen nicht ausreichend um das im Klimaschutzgesetz verankerte 65%-Ziel bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

Im Rahmen unserer Podiumsdiskussion wollen wir die Kandidat*innen für den Bundestag zum aktuellen Stand der Klima- und Energiepolitik in Deutschland und den jeweiligen Parteiprogrammen hierzu befragen. Besonders im Fokus werden dabei die Folgen der aktuellen EEG-Novelle , vor allem für die Windenergie an Land, stehen, wie auch die jeweiligen konkrete Pläne zur Umsetzung  von Klimagesetz und Klimaschutzplan der Bundesrepublik.

Die folgenden Teilnehmer*innen konnten wir für die Debatte gewinnen:

  • Katharina Beck, Bundestagskandidatin für die GRÜNE
  • Deniz Celik, Bundestagskandidat für DIE LINKE
  • Metin Hakverdi, MdB und Bundestagskandidat für die SPD
  • Michael Kruse, Bundestagskandidat für die FDP
  • Rüdiger Kruse, MdB und Bundestagskandidat für die CDU

Die Moderation übernimmt: Daniel Münter, Wissenschaftsjournalist und Diplom-Physiker 

Die Veranstaltung wurde als Digitalstream aufgezeichnet und hier auf unserer Website veröffentlicht.

Einfach den zweiten Startpunkt anklicken.

 

 

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie bei unserer spannenden Veranstaltung dabei wären!

Vielen Dank für Ihr Interesse und herzliche Grüße

Sabine Marggraf, Jens Heidorn und Dr. Axel Röpke 
Bundesverband Windenergie e.V., Landes- und Regionalverband Hamburg

17. April 2021

Liebe Windfreunde,

pandemiebedingt pausieren seit geraumer Zeit die vor allem auf der Netzwerkidee beruhenden Veranstaltungen des BWE Hamburg. Lange haben wir uns überlegt, ob und welche Form unseren Themen und der Pflege des Netzwerkes gerecht wird, ohne einen weiteren Beitrag zur Fülle der digitalen Formate zu leisten. Auf der fachlichen Ebene gibt es mit den Seminaren und vor allem der BWE WebAkademie ein sehr gutes und sehr nachgefragtes Format, das alle relevanten Windthemen abdeckt (siehe: https://www.bwe-seminare.de).
Die politischen Debatten auf Bundesebene bildet der Verband aktuell mit einem virtuellen Newsletter BWE Policy Briefing und den zugehörigen Online-Veranstaltungen sehr gut ab. Es sind also virtuelle Angebote zu allen Themen vorhanden, so dass wir uns vorerst entschieden haben, im Hintergrund an unseren Themen weiterzuarbeiten. Was uns vor allem fehlt sind aber das Treffen, die guten Gespräche, das Netzwerken. So wie es scheint, wird es leider auch noch eine Weile so weitergehen.

29. März 2021

Ein frohes und gesundes Osterfest wünscht Ihnen Ihr BWE Landes- und Regionalverband Hamburg!

Aktuell ist der Landes- und der Regionalvorstand zusammen mit dem Beirat in der Planung der Durchführung von Aktivitäten und Veranstaltungen unter den aktuellen Corona Bedingungen. Der Landes- und der Regionalvorstand wird dazu kurzfristig informieren.

Nachfolgend ein kurzer Rückblick in das vergangene Jahr:

Der BWE Landesverband Hamburg und der Reginalverband Hamburg haben auf der digitalen Mitgliederversammlung am 23.11.2020 jeweils einen neuen Vorstand gewählt. Die Vorstände werden unterstützt durch gewählte themenbezogene Beiräte.

Mehr dazu auf https://www.windstammtisch.de/team/

Leider konnte aufgrund der Corona Situation in 2020 kein einziger Hamburger Windstammtisch durchgeführt werden. Auch die geplante Veranstaltung mit den energiepolitischen Sprechern der Bürgerschaftsfraktionen konnte nicht stattfinden, wird aber durchgeführt, wenn die Rahmenbedingungen es wieder erlauben.

Mit dem neuen energiepolitischen Sprecher der SPD, Alexander Mohrenberg, sowie dem neuen Sprecher der GRÜNEN, Johannes Müller, konnten wir aber in kleinen Gesprächsrunden den Hamburger BWE Landesverband vorstellen, unsere Wünsche an die Hamburger Politik erläutern und unsere Unterstützung zusagen.

Anfang September fand ein Gespräch unserer Landesvorstände Dr. Axel Röpke und Jens Heidorn mit dem alten und neuen Umweltsenator, Jens Kerstan, statt. Die wichtigsten Themen waren der Weiterbetrieb von Post-EEG Anlagen Solar und Wind in Hamburg ab 2021 (für knapp ein Drittel aller Hamburger WEA endet die EEG Förderung), Hamburger Flächennutzungsplan, BNK-Nachrüstung, § 51 EEG, Einsatz des Pumpspeicherwerks Geesthacht sowie Windenergie und Naturschutz.

Der BWE Landesverband Hamburg war Schirmherr für die Kategorie „Produktinnovation des Jahres 2020“ beim German Renewables Award, der mit reduzierter Teilnehmerzahl in Präsenz sowie parallel digital im September stattfand. Dr. Axel Röpke hielt die Laudatio .

Ebenfalls im September referierte Jens Heidorn bei einer digitalen Veranstaltung die von der Handelskammer Hamburg gemeinsam mit dem Hamburger VDI zum Thema Onshore-Windenergie organisiert wurde.

 

 

thumb image

23. September 2020

German Renewables Awards 2020 erstmals unter Beteiligung des BWE Hamburg

Alle Preisträger v.l.n.r: André Steinau (GP Joule), Ove Petersen(GP Joule), Stefan Hajek (WirtschaftsWoche), Reinhard Christiansen, Nina Kicherer,  Christian Schoop (Global Tech I), Jeppe Lützhøft (Semco Maritime A/S)

Bildnachweis: EEHH GmbH | Jan Brandes

 

 

German Renewables Awards 2020 erstmals unter Beteiligung des BWE Hamburg

Eine hybride Preisverleihung veranstaltete in diesem Jahr erstmals das Branchennetzwerk Erneuerbare Energien Hamburg, kurz EEHH. Der BWE Hamburg war als Schirmherr der Kategorie „Produktinnovation des Jahres“ dieses Jahr erstmals beteiligt. Senator Michael Westhagemann eröffnete die Veranstaltung mit einem starken Plädoyer für die Energiewende im Norden. Im Opernloft direkt an der Elbe sprach der parteilose Wirtschaftssenator der Freien Hansestadt Hamburg zum Thema Wasserstoff: „Wir müssen erstmal versuchen, unsere grüne Energie hier im Norden zu nutzen und den Fokus haben, diese weiter auszubauen. Es ist für mich extrem wichtig, dass wir die Offshore- und die Onshore- Windenergie weiterentwickeln. Nur wenn der Strom nicht ausreicht, sollten wir Importe nach Deutschland und Hamburg holen“. Zur aktuellen EEG-Novelle stellte er fest: „Als Industrie brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen, mit Blick auf Berlin geht mir dabei vieles zu langsam“. Den anwesenden Branchenvertretern versprach er: „Wir werden mit Hochdruck weiterhin daran arbeiten, Berlin richtig zu challengen. Wir sind dabei, eine Bundesratsinitiative zu starten, damit wir einige Dinge jetzt beschleunigt bekommen.“ Ziel müsse es sein, einiges noch vor der anstehenden Bundestagswahl in trockenen Tüchern zu haben.

EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens freute sich, dass die Akteure der Erneuerbare-Energien-Branche auch im Corona-Jahr durch ungebremste Ideenvielfalt beeindruckten. „Die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner haben die bedeutenden aktuellen Trends aufgegriffen. Wir blicken sehr positiv in die Zukunft der erneuerbaren Energien, die der Wirtschaft nach der Pandemie wichtige Impulse geben kann,“ so Jan Rispens. Laudator Axel Röpke, Landesvorstand des BWE Hamburg, beglückwünschte EEHH zur ihrer Entscheidung, zusätzlich zum Streaming im Internet auch eine Veranstaltung mit Gästen vor Ort abzuhalten.

Die Preise wurden wie in jedem Jahr in fünf Kategorien vergeben.

Für sein „Lebenswerk“ wurde Reinhard Christiansen ausgezeichnet. Der überzeugte Nordfriese und Pionier der Windenergie lässt keine Gelegenheit aus, die erneuerbaren Energien, die Einspeisung, Nutzung und Speicherung von Energie in der Küstenregion zu fördern. In seinem Bürgerwindpark im Dorf Ellhöft mit 135 Einwohnern, beteiligten sich 51 Bürger. „Da ist dann faktisch das ganze Dorf beteiligt, wenn man auf die Familien schaut, da ist niemand gegen Windkraft“, berichtet Laudator Norbert Giese. Nach seiner Ansicht hat Reinhard Christiansen damit geholfen Bürgerwindparks in Nordfriesland salonfähig zu machen und war beispielgebend für ganz Deutschland. Beispielhaft ist außerdem sein Repowering-Projekt, bei dem vier neue Anlagen gebaut wurden, nachdem zuvor 20 kleine Anlagen im gesamten Landkreis abgebaut wurden, die zu nah an Häusern standen. Christiansen sei obendrein auch ein Wegbereiter der Offshore-Technik, so der Laudator. Er habe es als einer der ersten geschafft ein Testfeld für drei Offshore-Anlagen in Ellhöft zu bauen, natürlich wieder mit den Bürgern aus der Region. Einzigartig sei laut Giese auch der gemeinsame grenzüberschreitende Bürgerwindpark im Grenzgebiet zwischen Dänemark und Deutschland.

Als „ Produktinnovation des Jahres“ wurde die Entwicklung eines automatischen Korrosionsmanagements ausgezeichnet. Betreffende Bereiche werden mit Drohnen abgefilmt, Schadstellen erkannt und herausgefiltert. Das Programm dokumentiert diese und überführt sie in eine 3D-Darstellung. Preisträger waren die Unternehmen Global Tech I gemeinsam mit Semco Maritime. „Ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Projekt, das wieder einmal die Innovationskraft der Windbranche unter Beweis stellt und gleichzeitig durch die beteiligten Unternehmen eine Brücke zwischen der Windhauptstadt Hamburg und der Wiege der Windkraft Dänemark schlägt“, so Laudator Röpke. „Projekt des Jahres“ wurde das von GP Joule initiierte Verbundunternehmen eFarming GmbH und Co. KG, ein Konzept für ein modular erweiterbares Wasserstofferzeugungs- und -vertriebsnetz in Nordfriesland. In der Kategorie „Studentenarbeit des Jahres“ wurde die Ingenieurin Nina Kicherer, von der HAW Hamburg ausgezeichnet. Sie entwickelte in ihrer Masterarbeit eine Strategie für die „Langfristige Transformation des Hamburger Wärmenetzes“ – ein Thema, das in Hamburg nach Rekommunalisierung der Netze auch politisch hochaktuell ist. Den „Journalistenpreis“ erhielt Stefan Hajek, von der Wirtschaftswoche. In seinem Siegerbeitrag „Total unabhängig? Geht doch!“ erzählt er die Story des schwäbischen Tüftlers Markus Hörmann, der sein Haus mit Wasserstoff und Photovoltaik das ganze Jahr über ohne fossile Brennstoffe mit Strom und Wärme versorgt.

Ein Video der Veranstaltung ist hier online abrufbar.

JL/abr