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21. September 2022

Landesverband Hamburg im Bundesverband WindEnergie e.V.: Handelskammer faktenfrei – Atomausstieg muss bleiben

(Update) Vom 27. bis zum 30. September 2022 wird die Hansestadt Hamburg wieder einmal zum Energie-Hub für die Welt. Vier Tage lang dreht sich im Rahmen der globalen Leitmesse WindEnergy Hamburg auf dem gesamten Messegelände alles um die Energieerzeugung aus Wind und dessen Nutzbarmachung. Hierbei wird der Windenergie aktuell politisch die wichtige Rolle des günstigen Zugpferdes der Energiewende zugedacht. Die Windkraft ist als günstigste Erzeugungsquelle im Markt ein wesentlicher Faktor der Energiewende.

Mit Unverständnis hat der Hamburger Landesverband im Bundesverband WindEnergie e.V. auf die Resolution des Plenums der Handelskammer Hamburg reagiert. Die Handelskammer fordert darin eine Laufzeitverlängerung sowie Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken und begründet dies mit einer „sicheren Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen“.

„Der Streßtest der Bundesregierung hat gezeigt, dass die Energieversorgung in Deutschland überaus robust ist und es daher die Atomenergie in der jetzigen Situation nicht braucht. Wichtig sind jetzt zusätzliche Maßnahmen zum Energiesparen, auch mit Blick auf die Klimakatastrophe. Was das Plenum der Handelskammer Hamburg zur Atomenergie dieser Tage fordert ignoriert die enormen Risiken beim Betrieb von Atomkraftwerken wie es sich derzeit in der Ukraine in aller Deutlichkeit zeigt. Auch die nach wie vor ungelöste Endlagerfrage sowie die immensen volkswirtschaftlichen Kosten der Kernenergie werden ausgeklammert.“

Mit diesen Worten kommentieren die Landesvorsitzenden vom Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) in Hamburg, Dr. Axel Röpke und Jens Heidorn, die Forderungen der Hamburger Handelskammer, die noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke bis zum Ende der Energiekrise weiterzubetreiben und die drei im letzten Jahr vom Netz gegangenen Kernkraftwerke vorübergehend wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Vorgehensweise der Handelskammer ist umso fragwürdiger, weil der zuständige Ausschuss für Umwelt und Energie der Handelskammer offenbar nicht an der Resolution beteiligt war. Somit ist auch die Aussage, mit der Resolution die Interessen von 170.000 Hamburger Unternehmen zu vertreten, in der selbsternannten Windhauptstadt Hamburg zumindest fragwürdig.

Positiv hervorzuheben ist die Forderung des Plenums der Handelskammer dass Strukturen geschaffen werden müssen die es der Hamburger Wirtschaft ermöglichen, schnellstmöglich klimaneutral zu wirtschaften. „Hierzu sind der intensivierte Ausbau der erneuerbaren Energien und die radikale Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren unabdingbar.“