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20. September 2017

Windräder sollen Betriebe direkt mit Strom versorgen

Windräder sollen Betriebe direkt mit Strom versorgen

 

Wind-Messe in Husum endet mit Appell der Industrie: Regierung muss Gesetz ändern

Husum/Hamburg.  Betreiber von Windrädern sollen künftig industrielle und gewerbliche Betriebe in der Nachbarschaft direkt mit Strom versorgen dürfen. Das fordern der Bundesverband Windenergie (BWE) und das Arbeitgebernetzwerk Nordwindaktiv von Nordmetall in einem gemeinsamen Positionspapier. In Deutschland muss jeglicher aus regenerativen Quellen erzeugter Strom ins allgemeine Netz eingespeist werden, sofern er vom Erzeuger nicht selbst verbraucht wird. „Andere Länder sind da wesentlich weiter“, sagte BWE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm zum Abschluss der Wind-Messe in Husum, auf der das neue Positionspapier vorgestellt wurde.

„Durch eine bessere dezentrale Versorgung könnte beispielsweise vermieden werden, dass Windräder wegen einer drohenden Überlastung des Netzes abgestellt werden müssen“, sagte Axthelm. Noch sperre sich das Bundeswirtschaftsministerium dagegen. „Das Ministerium verlangt, dass sämtlicher Strom aus den Erneuerbaren an der Börse gehandelt wird.“

Stephan Kallhoff, Hamburger Geschäftsführer von Nordwindaktiv, fügte hinzu: „Unser Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzabkommen verlangt, dass wir vor Mitte des Jahrhunderts kohlendioxidneutral leben müssen. Öl- und Gasheizungen sowie Autos mit Verbrennungsmotoren müssten sobald wie möglich durch Elektromobilität und elek­trisch basierte Heizungssysteme abgelöst werden.“ Der dafür benötigte Strom sollte aus erneuerbaren Energien stammen. „Das wollen wir nicht durch Verbote und Markteingriffe befördern, sondern durch Marktanreize.“

 

Rund 650 Aussteller haben den 18.000 Besuchern bei der „Husum Wind 2017“ in dieser Woche ihre Produkte und technologischen Innovationen vorgestellt. Prominentester Gast war Prinz Joachim zu Dänemark. Im kommenden Jahr trifft sich die Branche an der Elbe zur „WindEnergy Hamburg“, der globalen Leitmesse sowohl für die Onshore- wie für die Offshore-Windindustrie. Die Veranstalter erwarten dazu rund 1400 Aussteller und 35.000 Fachbesucher, wie die Hamburger Messegesellschaft am Freitag mitteilte. Parallel zur Messe vom 25. bis 28. September 2018 findet auf dem Gelände die Konferenz WindEu­rope statt. „Das Messegelände wird im September 2018 zum Hotspot der Windindustrie“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). Hamburg präsentiere sich einmal mehr als globale Windhauptstadt.

 

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