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23. September 2020

German Renewables Awards 2020 erstmals unter Beteiligung des BWE Hamburg

Alle Preisträger v.l.n.r: André Steinau (GP Joule), Ove Petersen(GP Joule), Stefan Hajek (WirtschaftsWoche), Reinhard Christiansen, Nina Kicherer,  Christian Schoop (Global Tech I), Jeppe Lützhøft (Semco Maritime A/S)

Bildnachweis: EEHH GmbH | Jan Brandes

 

 

German Renewables Awards 2020 erstmals unter Beteiligung des BWE Hamburg

Eine hybride Preisverleihung veranstaltete in diesem Jahr erstmals das Branchennetzwerk Erneuerbare Energien Hamburg, kurz EEHH. Der BWE Hamburg war als Schirmherr der Kategorie „Produktinnovation des Jahres“ dieses Jahr erstmals beteiligt. Senator Michael Westhagemann eröffnete die Veranstaltung mit einem starken Plädoyer für die Energiewende im Norden. Im Opernloft direkt an der Elbe sprach der parteilose Wirtschaftssenator der Freien Hansestadt Hamburg zum Thema Wasserstoff: „Wir müssen erstmal versuchen, unsere grüne Energie hier im Norden zu nutzen und den Fokus haben, diese weiter auszubauen. Es ist für mich extrem wichtig, dass wir die Offshore- und die Onshore- Windenergie weiterentwickeln. Nur wenn der Strom nicht ausreicht, sollten wir Importe nach Deutschland und Hamburg holen“. Zur aktuellen EEG-Novelle stellte er fest: „Als Industrie brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen, mit Blick auf Berlin geht mir dabei vieles zu langsam“. Den anwesenden Branchenvertretern versprach er: „Wir werden mit Hochdruck weiterhin daran arbeiten, Berlin richtig zu challengen. Wir sind dabei, eine Bundesratsinitiative zu starten, damit wir einige Dinge jetzt beschleunigt bekommen.“ Ziel müsse es sein, einiges noch vor der anstehenden Bundestagswahl in trockenen Tüchern zu haben.

EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens freute sich, dass die Akteure der Erneuerbare-Energien-Branche auch im Corona-Jahr durch ungebremste Ideenvielfalt beeindruckten. „Die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner haben die bedeutenden aktuellen Trends aufgegriffen. Wir blicken sehr positiv in die Zukunft der erneuerbaren Energien, die der Wirtschaft nach der Pandemie wichtige Impulse geben kann,“ so Jan Rispens. Laudator Axel Röpke, Landesvorstand des BWE Hamburg, beglückwünschte EEHH zur ihrer Entscheidung, zusätzlich zum Streaming im Internet auch eine Veranstaltung mit Gästen vor Ort abzuhalten.

Die Preise wurden wie in jedem Jahr in fünf Kategorien vergeben.

Für sein „Lebenswerk“ wurde Reinhard Christiansen ausgezeichnet. Der überzeugte Nordfriese und Pionier der Windenergie lässt keine Gelegenheit aus, die erneuerbaren Energien, die Einspeisung, Nutzung und Speicherung von Energie in der Küstenregion zu fördern. In seinem Bürgerwindpark im Dorf Ellhöft mit 135 Einwohnern, beteiligten sich 51 Bürger. „Da ist dann faktisch das ganze Dorf beteiligt, wenn man auf die Familien schaut, da ist niemand gegen Windkraft“, berichtet Laudator Norbert Giese. Nach seiner Ansicht hat Reinhard Christiansen damit geholfen Bürgerwindparks in Nordfriesland salonfähig zu machen und war beispielgebend für ganz Deutschland. Beispielhaft ist außerdem sein Repowering-Projekt, bei dem vier neue Anlagen gebaut wurden, nachdem zuvor 20 kleine Anlagen im gesamten Landkreis abgebaut wurden, die zu nah an Häusern standen. Christiansen sei obendrein auch ein Wegbereiter der Offshore-Technik, so der Laudator. Er habe es als einer der ersten geschafft ein Testfeld für drei Offshore-Anlagen in Ellhöft zu bauen, natürlich wieder mit den Bürgern aus der Region. Einzigartig sei laut Giese auch der gemeinsame grenzüberschreitende Bürgerwindpark im Grenzgebiet zwischen Dänemark und Deutschland.

Als „ Produktinnovation des Jahres“ wurde die Entwicklung eines automatischen Korrosionsmanagements ausgezeichnet. Betreffende Bereiche werden mit Drohnen abgefilmt, Schadstellen erkannt und herausgefiltert. Das Programm dokumentiert diese und überführt sie in eine 3D-Darstellung. Preisträger waren die Unternehmen Global Tech I gemeinsam mit Semco Maritime. „Ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Projekt, das wieder einmal die Innovationskraft der Windbranche unter Beweis stellt und gleichzeitig durch die beteiligten Unternehmen eine Brücke zwischen der Windhauptstadt Hamburg und der Wiege der Windkraft Dänemark schlägt“, so Laudator Röpke. „Projekt des Jahres“ wurde das von GP Joule initiierte Verbundunternehmen eFarming GmbH und Co. KG, ein Konzept für ein modular erweiterbares Wasserstofferzeugungs- und -vertriebsnetz in Nordfriesland. In der Kategorie „Studentenarbeit des Jahres“ wurde die Ingenieurin Nina Kicherer, von der HAW Hamburg ausgezeichnet. Sie entwickelte in ihrer Masterarbeit eine Strategie für die „Langfristige Transformation des Hamburger Wärmenetzes“ – ein Thema, das in Hamburg nach Rekommunalisierung der Netze auch politisch hochaktuell ist. Den „Journalistenpreis“ erhielt Stefan Hajek, von der Wirtschaftswoche. In seinem Siegerbeitrag „Total unabhängig? Geht doch!“ erzählt er die Story des schwäbischen Tüftlers Markus Hörmann, der sein Haus mit Wasserstoff und Photovoltaik das ganze Jahr über ohne fossile Brennstoffe mit Strom und Wärme versorgt.

Ein Video der Veranstaltung ist hier online abrufbar.

JL/abr