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17. Mai 2017

Windenergie boomt in Europa – Deutschland deckelt

Europa hat im Jahr 2016 deutlich über 40 Milliarden Euro in die Windenergie investiert, wie der Windenergieverband WindEurope mitteilt. Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen.

Die Windenergieinvestitionen beliefen sich im Jahr 2016 in Europa auf 43 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg von 22 Prozent gegenüber 2015 (35 Mrd. Euro). Den größten Anteil hat davon mit 27,6 Mrd. Euro die Finanzierung neuer Projekte (New Asset Finance), die alle Infrastruktur-Investitionen zur Errichtung neuer Windparks auf See und an Land umfasst. Auf die Offshore-Windenergie entfallen davon 18,2 Mrd. Euro. Weitere Investitionen sind in die Refinanzierung von Projekten, in Übernahmen und Zusammenschlüssen (Merger and Acquisitions) sowie in Marktvorbereitungsmaßnamen (Public Markets) wie zum Beispiel Projekt- oder Technologie-Entwicklung geflossen.

„Wind war der größte Investitions-Empfänger im Energiesektor 2016“, betont Giles Dickson, CEO von WindEurope. „Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und die Reduzierung der Risikowahrnehmung haben große Finanzinvestoren ins Spiel gebracht, die ihr Portfolio diversifizieren wollen.“

Der europäische Windenergie-Verband blickt besorgt auf die zukünftige Entwicklung – fallende Investitionen in 2017 erwartet
Für 2017 erwartet der Verband jedoch wieder fallende Windenergie-Investitionen. Grund sind Vorzieheffekte in den vergangenen Jahren vor der Einführung von Auktionsmechanismen in Europas Kernmärkten, insbesondere Deutschland und Frankreich.

Besorgt zeigt sich der Verband zudem über die geographisch ungleiche Verteilung der Investitionen. 80 Prozent der Investitionen kamen mit Großbritannien, Deutschland, Belgien und Norwegen, erläutert Dickson. 14 EU-Mitglieder hätte hingegen keinerlei neue Windenergie-Investitionen unternommen. „Viele Länder tun sich schwer mit dem Übergang ins Auktionssystem“, so Dickson. Zudem haben nur sieben EU-Länder Erneuerbaren-Ziele für die Zeit nach 2020 festgelegt. Investoren und Projektentwickler würden somit abwandern.
Quelle: IWR Online
© IWR, 2017